2 girls alone in the city

5 09 2009

Nachdem unsere Plaene fuer heute (Taj Mahal besuchen) hinfaellig wurden (Geldblabla), entschieden wir uns die Stadt zu erkunden. Christopher (unsere neueste deutsche Errungenschaft) wollte uns eigentlich als maennlicher Beschuetzer begleiten, doch halb 10 war ihm einfach noch zu bald.

Ich muss zugeben, wir schlafen hier auch sehr viel mehr als sonst und sind irgendwie staendig muede…ist wahrscheinlich die Hitze.

Schliesslich gings dann los – ganz einheimisch mit Punjabis und Fahrradriksha. Weiter mit der Metro, die dieses Mal ueberhaupt nicht ueberfuellt war, sondern richtig bequem.

Angekommen in Chandi Chowk, nach zweimaligen umsteigen, kommen uns schon die ersten Bettler entgegen. Es faellt nur schwer wegzusehen.

Schliesslich gelangen wir auf eine breite Strasse und Ruth entdeckt sogleich das Red Fort. Uns beiden knurrt der Magen, immerhin ist es fast 12 und wir haben noch nichts gegessen und ploetzlich entdecken wir einen McDonalds, der wie aus einer anderen Welt wirkt, inmitten all der Strassenstandln, Verkaeufern und Werbeplakaten. Da ich (Vera) das indische Essen schoen langsam (es sind erst 4 Tage, ich weiss) nicht mehr aushalte (zu viel Curry, zu viel Wuerze, zu viel gelber Schlatz), zerre ich Ruth hinein. Was sich uns darbietet ist wie eine Erscheinung. Ein Security Mann am Eingang, Klimaanlage und die indische Oberschicht (die ein krasses Gegenteil zu den draussenstehenden Massen ist). Auch das Menue ist ganz anders. Einen McChicken kann ich noch finden, aber das wars auch schon mit den indisch-oesterreichischen Gemeinsamkeiten. Natuerlich gibt es kein Rindfleisch, dafuer viel Chicken und Vegetarisch (zu Ruths Freuden). Fuer knappe drei Euro erhalten wir zwei vollwertige Mahlzeiten. Doch die Ernuechterung kommt bald. Der Eistee von Ruth schmeckt etwas komisch (wie Chai ein bissi), die Pommes sind versalzen und ich bekomme kurze Zeit spaeter enorme Bauchschmerzen. Die auch jetzt noch ein bissi anhalten. Trotzdem war es mal eine schoene Abwechslung.

red fortGestaerkt gings weiter ins Red Fort. Wobei wir einige Strassen ueberqueren mussten. Was in Oesterreich als Pipifax gilt, ist hier fast schon lebensgefaehrlich: Wenn sich 5-spurige Strassen kreuzen, die Autos fahren, wie sie wollen, Zebrastreifen nur in kleiner Anzahl vorhanden sind und Ampeln sowieso nicht funktionieren. Da hilft nur Blick rechts, Blick links und LLLAAAAUUUFFFEEENNN.

Im Red Fort bietet uns Delhi wieder Architektur vom Feinsten. Das Ding ist riesengross und wirklich imposant. Waehrend ich mir vorstelle, eine Prinzessing am koeniglichen Hof (das Red Fort war fueher Koenigspalast) zu sein, sucht Ruth schon die naechste Toilette, fuer die sie schlappe 10 Pupien bezahlt (=20 Cent), fast schon europaeischer Preis.

Gandhi MemorialWeiter gehts dann, zunaechst zu Fuss, dann mit Fahrradriksha (supergut verhandelt) zum Ghandi Memorial. Das liegt in einem wunderschoenen Park. Eintritt ist gratis und der Ort wirklich ein Platz der Ruhe und Besinnlichkeit. An den Waenden haengen Tafeln mit einem Zitat von Ghandi in den verschiedensten Sprachen. Leider sind noch nicht alle Tafeln fertig, somit muessen wir uns den Text aus der spanischen Version zusammenreimen.

ruth baumSchliesslich beschliessen wir noch ein bisschen im Park zu chillen. Ruth ist als erster an der Reihe mit schlafen, ich mache mich derweil ueber unsere naechste Destination (Amritsar und anschliessend Dharamansala) im Reisefuehrer schlau. Als ich an der Reihe bin, sind wir nach circa 5 Minuten umzinngelt von kleinen indischen maennlichen Schuelern, die uns mit „Hello, how are you“s ueberhaeufen. Uns wird das zu ungemuetlich und wir fliehen. Also kein Mittagsschlaefchen fuer mich😦

Zuerst wollten wir zu Fuss ein Stueckchen gehen, zum Delhi Gate. Nach 10 Minuten aber ueberkam uns das Gefuehl, dass wir uns verlaufen hatte…also haben wir in einem Luxuskaffee nach dem Weg gefragt, doch die Auskunft war nicht wirklich schluessig, also haben wir erneut eine Riksha angeheuert. Das geht sehr gut, wenn mehrere Rikshas nebeneinander stehen, da ist die Konkurrenz gross und man erspart sich die Verhandlerei. Das Delhi Gate passierten wir dann auch mit der Riksha (war ganz in der Naehe). Leider steckten wir im Stau und haben dabei wohl soviel Feinstaub und Abgase eingeatmet wie in unserem ganzen bisherigen Leben noch nicht.

moscheeZu allerletzt statteten wir der Jama Masjid Moschee noch einen Besuch ab (wenn auch nur von aussen – Christopher hat gesagt, die ist innen eh nicht so besonders). Dabei sahen wir auch gleich einen kleinen Basar. Leider sehr laut, ueberfuellt und naja basarig halt. Umgeben von „Madam“s und Fliegen, die sich ueber das Fleisch hermachten, gelangten wir schliesslich wieder auf die Strasse, verliefen uns auf der Suche nach der Metrostation und waren der Verzweiflung nahe. Teilweise gab es einfach keine Gehsteige und wir mussten uns durch den Verkehr und Menschenmassen draengen. Doch schlussendlich kamen wir noch an unser Ziel und fuhren heim, wobei mir fast meine Fuesse abstarben (wegen des vielen Stehens).

Anschliessend goennten wir uns nochmal eine Riksha zu Shivas Heim, doch wie schon bei unserer ersten Taxifahrt zu ihm ging das nicht ohne Probleme ueber die Buehne. Zunaechst begangen wir schon den Fehler, einen sehr jungen Rikshafahrer auszuwaehlen. Das hiess, die Schlagloecher auf der Strasse, die es wirklich zuhauf gibt, wurden nicht umfahren, wie bei den aelteren Fahrern, sondern es wurde mit voller Wucht hineingebrettert. Ruths Kopf koennte ein Lied davon singen, denn er und die Stange der Riksha trafen zweimal unfreiwillig aufeinander. Dazu kam noch, dass er die Breite seiner Riksha noch nicht wirklich einschaetzen konnte, so kam es nicht selten vor, dass wir Gefahr liefen, irgendwo anzuprallen und einmal bekamen tatsaechlich die Pedale eines Motorrads seine Unerfahrenheit zu spueren. Abgesehen davon war ihm wohl “sein“ Viertel noch nicht sehr vertraut oder vielleicht liegt es auch an der Adresse selbst, auf alle Faelle fand auch er nicht zu Shivas Zuhause. Erst nach mehrmaligen Nachfragen gelangten wir dann schliesslich doch noch an unser Ziel und dank Veras Verhandlungskuensten sprangen fuer ihn trotz Umweg nicht mehr als 25 Rs fuer ihn raus.

Alles in allem ein sehr, sehr aufregender Tag, den wir nun mit einem von John gebrachten Mahl ausklingen lassen. Anschliessend werden wir noch zusammenpacken, denn morgen geht es endlich Richtung Norden!!


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