Hoellentrip durchs Himmelreich

23 09 2009

Tja, wie mans plant, so kommt es nicht. Nachdem uns ein paar leute wieder davon abgeraten haben, nach Leh zu fahren und ein Internetartikel uns verkuendet hat, dass eine Fahrt dorthin zur Zeit sowieso nicht moeglich sei, da die Strasse auf Grund von Schnee geschlossen sei, haben wir unsere Leh-Plaene wieder aufgegeben und uns auf ein paar gemuetliche Tage in Manali eingestellt. Das Schicksal hatte aber anscheinend anderes vor mit uns, denn nach einer elfstuendigen Busfahrt dorthin ueber Stock und Stein wurden wir von ein paar Indern regelrecht zu einem Jeep geschleppt, dessen Ziel Leh war. Eine Fahrt fuer 800 Rs, zu dritt alleine in der mittleren Reihe und Ankunft nach 14 Stunden, dieses Angebot konnte einfach nicht uebertroffen werden und so begaben wir uns um fuenf Uhr in der Frueh, wie gesagt nach schon elf Stunden Busfahrt, in den Jeep und fuhren los. Und schon bald wurde uns klar, dass bei Indern die Theorie einfach tausendmal schoener klingt, als es in der Praxis dann ist. Unser Hauptproblem war wahrscheinlich die Kaelte, die uns wahrlich zum Verzweifeln brachte. Denn nach kurzer Zeit mussten wir erkennen, dass ultraleichte Funktionskleidung nicht wirklich geeignet ist fuer Fahrten ueber Paesse auf 5000 Metern. Vor allem dann nicht, wenn man mit ein paar indischen Frischluftfanatikern den Jeep teilt, die sich gar nicht daran stoeren, bei Minusgraden das Fenster ganz herunterzukurbeln. Das naechste Problem war, dass wir nach 14 Stunden gerade Mal die Haelfte der Strecke zurueckgelegt hatten und in einem kleinen Kaff im Nirgendwo die Nacht verbrachten, wo wir uns mit einem Dutzend furzender Inder einen kleinen Schlafraum teilten. Am naechsten Tag wurde uns dann mitgeteilt, dass die Reise vorerst nicht fortgesetzt werden koenne, da der Pass zugeschneit sei (soviel Bloedsinn scheint das Internet also doch nicht zu verbreiten). So verbrachten wir noch den ganzen restlichen Tag in der Einoede und bemuehten uns tunlichst einem mitfahrenden Inder aus dem Weg zu gehen, der nicht einmal davor zureuckschreckte uns beim Pinkeln im Outdoorklo zu beobachten. Am Abend ging es dann doch weiter- bei atemberaubenden Sternenhimmel wurde der Motor des Jeeps wieder gestartet und fuehrte uns die Serpentinen rauf auf den Pass. Die Fahrt verkuerzten wir uns mit Gruselgeschichten. Am naechsten Tag zu Mittag kamen wir dann endlich in Leh an und schon beim letzten Stueck der Fahrt hatten wir das erste Mal das Gefuehl, dass sich die ganze Aufregung gelohnt hatte (tuerkise Fluesse, die sich durch wuestenaehnliche Berglandschaften schlaengeln und das bei klarstem Wetter!).


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