Leh! Leh!

23 09 2009

Die aufwaendige Fahrt nach Leh ist nicht ganz ohne Folgen geblieben und so lagen wir am Tag nach unserer Ankunft mit Fieber im Bett. Chris suchte sich indessen neue Freunde- Schweizer und Israelis- die ihn sogleich zu einem dreitaegigen Trek einluden, den wir natuerlich auch mitmachen durften. Also ging es nach einem Ruhetag ab in den Himalaya. Allerdings verkuerzten wir den sogenannten Babytrek auf zwei Tage, eine halbe Stunde wandern an einem Tag war sogar fuer uns zwei passionierten Nichtsp0rtler zu wenig Anspruch. Die Naechte verbrachten wir immer in Guesthouses, wo wir bei den einheimischen Ladakhis auf dem Wohnzimmerboden Dal und Rice gereicht bekamen. Beim Wandern lernten wir uebrigens auch noch zwei Franzosen kennen und erlangten die deprimierende Erkenntnis, dass vier Jahre Franzoesisch nicht recht viele Spuren  an uns hinterlassen haben.

Als wir am Freitag wieder nach Leh zurueckkamen, war uns naechstes Ziel der Aufbruch zurueck nach Manali. Doch die Umsetzung dieses Ziels gestaltete sich schwieriger als erwartet. Unser Plan war, sich mit den israelischen Paearchen einen Jeep zu teilen, doch da es fuer vier Personen zu teuer war, machten wir uns auf die Suche nach anderen Mitfahrgefaehrten. Und wurden fuendig, sie begneteten uns in Form zweier Russinnen. Alle zusammen setzten wir uns am Abend noch in das Buero einer Travel-Agency und warteten eine halbe Stunde auf den Chef, der uns dann mitteilte, dass er leider keinen Jeep zur Verfuegung haette und wir uns anderweitig umhoeren muessten. Die Russinnen, die sehr viel von Zeichen halten, sahen das als boeses Omen an und somit sahen sie sich berufen, noch laenger in Leh zu bleiben. So blieb Vera und mir nichts anderes uebrig, als den Bus zu nehmen, der Jeep haette sonst unser Budget gesprengt.

Und wie koennte es anders sein, verlief auch die Rueckfahrt nicht ohne Komplikationen. Zunaechst schien noch alles perfekt zu laufen, um eins in der Nacht brachen wir auf und konnten sogar zwischen den Schlagloechern immer wieder ein paar Minuten lang schlafen. Doch nach zwoelf oder vierzehn Stunden Fahrt beschloss der Nepalese, der neben uns sass, sich die Fahrt etwas zu versuessen und kam nach einer zwanzigminuetigen Pause auf einer Raststation „bum zua, fetzn dicht“ zurueck. Und von da an waren wir damit beschaeftig sich seine Hand, die sich immer wieder an Orte verirrte, wo sie nicht hingehoerte, fernzuhalten und moeglichst wenig von seinem Geruch, der immer unertraeglicher wurde, einzuatmen. Nach 24 Stunden stoppte der Bus auf einmal und als wir ausstiegen, um zu erkunden, was passiert sei, wussten wir auch gleich warum: Ein fahrerloser Bus stand mitten auf der Strasse. Der Busfahrer ist anscheinend muede gewesen, also hat er sein Fahrzeug einfach auf der Strasse abgestellt und ist schlafen gegangen, kein Mensch wusste, wo er war. Und so legten wir den Rest der Fahrt im Laderaum eines kleinen Trucks zurueck, zu fuenfehnt zusammengepfircht auf sechs Quadratmeter, wie die Tiere auf dem Weg zum Schlachthof.

So erreichten wir nach knapp 25 Stunden durchgaengiger Fahrt Manali!


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