Lucy in the Sky with Diamonds

5 10 2009

Was hatte uns Rishikesh zu bieten? Naja, vor allem einmal Yoga, dann noch eine Menge von verrueckten Yogis und schlussendlich noch eine neue Brille fuer Vera. Aber alles mal der Reihe nach.

Nach weiteren acht Stunden Busfahrt sind wir Samstagabend in Rishikesh angekommen. Und um unsere Ankunft in der Stadt, wo die Beatles einen Grossteil ihres „White Album“ verfasst haben, gebuehrend zu feiern, haben wir uns in das Hotelrestaurant, um mal wieder ordentlich zu schlemmen. Unsere Sitznachbarn stellten sich, wie so oft, als Israelis heraus, uns sie boten uns an, uns am naechsten Tag zu einem kleinen Wasserfall zu fuehren, etwas ausserhalb gelegen, wo wie bei ihrem letzten Besuch einen tollen Staudamm gebaut haetten, der es ihnen ermoeglichte, bequem im Wasser zu plantschen. Darueber hinaus erfuhren wir noch, dass sie nun schon fast eine Woche in Rishikesh seien und hier auch noch mindestens drei Wochen bleiben werden, da sie an einem einmonatigen Yogakurs teilnehmen. Ein Schnuppertag wuerde nur 100 Rs kosten. Perfekt, war es doch unser Hauptanliegen in der Yogahauptstadt auch wirklich Yoga zu betreiben. Und das um den Preis (fuer diejenigen, die nicht ganz so vertraut sind mit dem derzeitigen Umrechnungskurs: 100 Rs sind ungefaehr 1,5 Euro, also mehr als ein Schnaeppchen).

Da der naechste Tag ein Sonntag war, hatten die zwei Israelis quasi frei, da Sonntag ein yogafreier Tag ist. Und so hatten sie eben Zeit, uns den Wasserfall zu zeigen. Sie fuehrten uns in eine urwaldaehnliche Landschaft, die durch den herabplaetschernden Fluss quasi in zwei Teile geteilt wurde. Wir wateten durch das Wasser immer weiter hinauf, bis wir bei der Staudammstelle ankamen, wo sie leider feststellen mussten, dass sich das Wasser dem Staudamm durch Ansteigen angepasst hatte und jetzt munter ueber den Damm hinwegfloss. So begnuegten wir uns damit, es uns im fliessenden Wasser bequem zu machen. Chris und Vera kamen sogar in den Genuss eines Gratispeelings, da es dort von kleinen Fischen, die einem die ueberfluessigen Hautschueppchen herunterknabbern, nur so wimmelte.

Naechster Tag war Yogatag. Um halb neun in der Frueh fanden wir uns im Yogasaal ein und liessen uns ueber Chakras belehren, bevor wir mir den Uebungen begannen. Diese verlangten einiges an Ausdauer und Kampfgeist. Denn in Indien bleibt man beim Yoga schon mal gut und gerne fuenf Minuten einfach nur mit hochgehobenen Armen stehen. Klingt jetzt vielleicht nicht anstrengend, aber fuer unsere fast gaenzlich muskelfreien Aermchen war das schon eine enorme Anstrengung. So gingen wir schlussendlich dazu ueber, etwas zu schummeln und stellten uns nur mehr in Position, wenn der Lehrer vorbeikam. An die Nachmittagsyogastunden, die von vier bis sechs am Abend ging, schloss noch eine „Lecture“ an, in der uns der Yogaguru noch einiges ueber Konzentration zu sagen hatte. Unter anderem auch, dass so mancher Guru nur durch pure Vorstellungskraft Dinge aus seinen Gedanken in der Wirklichkeit erscheinen lassen kann. Er erzaehlte noch einiges mehr, was nun zuviel Zeit in Anspruch nehmen wuerde, es alles zu erzaehlen. Aber man kann es uns nicht verdenken, dass wir den Raum etwas belustigt verliesen.

Da Vera in Chandigarh ihre Brille vergessen hatte und das Herbringen dieser um die 1000 Rs gekostet haette, beschloss sie, sich mal ueber die indischen Brillenpreise zu informieren. In der Rishikesher Innenstadt fanden wir einen kleinen Brillenladen mit einem faehigen Verkaeufer, der englischen Sprache durchaus maechtig, der ihr sofort einen der vielen Koffer reichte, die sich auf seinem Tisch stapelten. Darin befanden sich zu unserem Erstaunen sehr ansehnliche Brillen, aus denen sich Vera ein sehr huebsches Modell der Marke „Quicksilver“ auswaehlte. Die Brille konnte schon am naechsten Tag abgeholt werden und kostete nur unglaubliche 1100 Rs (also ungefaehr 16 Euro!!!)- und das inklusive Glas. Immer wieder erstaunlich, wie billig Indien ist.

Unseren letzten Tag in Rishikesh verbrachten wir hauptsaechlich mit Sightseeing. Wir schlenderten in der Stadt herum, holten Veras Brille ab und bestiegen einen elfgeschossigen Tempel, von dem sich uns ein wunderschoener Ausblick auf Rishikesh bot. Am Abend wohnten wir noch einer Zeremonie an einem der Ghats bei. Dabei wurde ein Feuer gemacht untermalt von den musikalischen Klaengen der Rishikesher Saengerknaben und nebenbei konnten wir noch den Sonnenuntergang bewundern. Ein schoener Ausklang fuer unseren Ausflug in die Yogahauptstadt, der allerings noch nicht ganz vorbei war. Denn anschliessend trafen wir uns noch ein letztes Mal mit den Israelis und Chris, von dem wir uns ja nach einem Monat nun endgueltig verabschieden mussten. Waehrend es ihn weiter nach Nepal zieht, ging unsere Reise weiter nach Varanasi, die wir noch in der selben Nacht antraten. Das gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn auch Rikshafahrer haben das Beduerfnis zu schlafen. Als wir nun um zwei in der Frueh auf der Strasse standen, bepackt mit unseren Rucksaecken, waren wir so ziemlich die einzigen dort. Also traten wir unseren Weg zum Busbahnhof, mehrere Kilometer von unserem Standort entfernt, vorerst mal zu Fuss an, konnten aber spaeter Gott sei Dank doch noch ein Taxi aufhalten, das uns zum Bus brachte, der sozusagen nur mehr auf uns gewartet hatte, denn sobald wir uns auf den Sitzen niedergelassen hatten, wurde der Motor auch schon gestartet und wir fuhren nach Delhi, von wo aus unser Zug nach Varanasi ging.


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3 responses

5 10 2009
Sepp

cool =)

10 10 2009
Alex Hager

Wow!

Und nun geh´s weiter in China, oder?

lg, alex

19 10 2009
Benny

Kann sein das nix schreiben kinan weil in China am Festland WordPress geblockt wird vom Staat, wie Facebook auch!

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