Wassermassen, Chinesen und Bonsai-Baeume

24 12 2009

In Guiyang spuerten wir erstmals, dass sich, je weiter noerdlich man kommt, nicht nur das Klima veraendert (es war schon etwas kaelter als in Yangshuo, wo wir noch in T-Shirts herumgelaufen sind), sondern auch die Mentalitaet. Wurden wir in Ziyuan, zum Beispiel, zwar sehr erstaunt, aber auch ueberaus freundlich empfangen, wurden wir in Guiyang von oben bis unten mit unbewegten Mienen gemustert. Die Hilfsbereitschaft der Leute liess auch zu Wuenschen uebrig, ein Laecheln kam ihnen soweiso kaum ueber die Lippen. Wir nahmen es mal zur Kenntnis und den Bus zum Busbahnhof, denn unser, wie schon gesagt, schon etwas aelterer Reisefuehrer teilte uns mit, dass es einen direkten Bus von Guiang zum groessten Wasserfall Chinas gaebe. Tja, dem war nicht so. Also mussten wir nach ANshun fahren und von dort dann weiter zum „Wasserfall“. Der Beschreibung nach in unserem Reisfuehrer sah unsere Vorstelung etwa so aus: Man gehe vielleicht ein paar Minuten durch waldaehnliches Gestruepp, komme dann bei einem wunderschoenen Wasserfall heraus, der sich in einen ruhigen tuerkisen Fluss ergiesst und am Flussufer checke man dann in einen der dort ansaessigen Bungalows ein. Dass diese Vorstellung natuerlich allzu utopisch war, was uns bewusst, aber dass die ganze Groessenordnung nicht zutreffen wuerde, war dann doch eine kleine Ueberraschung fuer uns. Vom Bus wurden wir wieder mal quasi im Virgendwo ausgesetzt, wei und brit kein Wasserfall, nur ein grosses Gebaeude und jede Menge Touristenbusse. Wir brauchten eine Zeit lang, um uns zu orientieren und etwas Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen. Wir fanden heraus, dass das grosse Gebaeude die Ticketofficewar und dass der Wasserfall nicht zu Fuss erreichbar war. Um in den Genuss von dessen Anblick zu kommen, musste man sich entweder ein Busticket fuer fuenf Euro pro Person zulegen oder ein Taxi fuer insgesamt zehn Euro nehmen. Da fiel uns die Entscheidung natuerlich nicht schwer. So wurden wir von unserem persoenlichen Taxifahrer zu den verschiedensten Spots in dieser Anlage gebracht. Unser erster Halt war bei einem kleinen Wasserfall, zuasi zur Einstimmung auf das, was noch auf uns zukommen wuerde.

Unser naechster Stopp war dann auch schon beim eigentlichen Ziel unser Fahrt: dem Wasserfall. Hier fiel uns zum ersten Mal der chinesische Spleen auf, nie die Sehenswuerdigkeiten fuer sich alleine wirken zu lassen, sondern sie immer mit riesigen Garten- und Parkanlangen zu umgeben, in denen man noch zehn andere Sachenentdecken, bewundern oder einfach ignorieren kann. In diesem Fall gab es einen Bonsai-Garten mit noch etwas sehr grossen Exemplaren von den Anfaengen der Bonsai-Zuechtung bis zu den perfekten Mini-Baeumen, die man in so manchen europaeischen Wohnzimmern finden kann. Darueber hinaus konnte man in einem Lotusteich exrem wohlgenaehrte, um nicht zu sagen fette Goldfische beim Glupschen beobachten. Wahrscheinlich haette es noch so einiges Sehenswertes gegeben, aaber das Wandern bis zum Wasserfall beanspruchte einfach zu viel Zeit, um ch andere Sachen zu besichtigen.

Der weite Weg bis zum Wasserfall inmitten von Massen chinesischer Touristen lohnte sich allemal. Von den alle paar Metern vorhandenen Aussichtspunkten konnte man wunderschoenen Wasserfall beobachten. Allerdings waren die Aussichtspunkte weniger dafuer da, das beeindruckende Wasserspektakel zu beobachten, als massig Beweisfotos von sich und dem glitzernden Wasservorhang zu haben. Oder von sich, dem Wasserfall und zwei westlichen Touristinnen. Wir wurden natuerlich oftmals fotografiert. Wir haben leider nie begonnen mitzuzaehlen, wieoft wir auf fremden Digitalkameras festgehalten wurden, es war aber auf jeden Fall sehr, sehr oft.

Von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt wurden wir schliesslich von den Massen bis hinter den Wasserfall getragen, von wo man den Vorhang auch noch aus einer anderen Perspektive bestaunen konnte. „impressed“ vom Wasserfall waren wir dann aber auch schon ganz schoen erschoepft, als wir nach zweienhalb Stunden aus der Anlage wieder heraus in sFreie gelangten. Der Sightseeingtag war aber noch nicht zu Ende und wir wurden von unserem privaten Fahrer gleich weiter zum letzten Spot gefahren, ein Steinpark. Wiederum eine wunderschoene Anlage mit einem tuerkisem, allerdings etwas sehr verschmutzten Fluss und tollen Steinformationen. Trotz des schoenen Anblicks konnten wir es kaum mehr erwarten, endlich zum Ausgang zu gelangen, immerhin hatten wir die vorangegangene Nach im Zug verbracht und waren seit vier Uhr morgens auf den Beinen. Einmal folgte uns eine Frau und versuchte uns irgendetwas auf Chinesisch verstaendlich zu machen, ohne Erfolg. Aus irgendeinem Grund wollte sie zehn Yuan fuer etwas haben und uns nicht weitergehen lassen. Wir siellen uns aber nicht aufhalten, waren wir doch schon geschafft vom langen Gehen und wollten einfach nur mehr den Walk zu Ende bringen. Sie folgte uns noch eine Zeit lang, schrie uns Sachen zu und blieb schliesslich ein bisschen verzweifelt zurueck. Wir waren sehr forh, sie endlich abgehaengt zu haben und noch froher, als wir endlich den Ausgang erreicht hatten.


Aktionen

Information

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: