wie alles begann

Wir heißen Vera und Ruth und wir machen eine Weltreise. Die Idee dazu kam, um ehrlich zu sagen, gar nicht wirklich von uns, sondern von unseren lieben Parallelklasslern, die selbst geplant hatten, ein paar Monate die Welt zu erkunden, bevor sie sich erneut in den Lernstress des Studierens stürzen. Der Plan war, sich ein tolles RTW-Ticket (Round the World) zuzulegen und das Geld für die gesamte Reise in der halbjährigen Pause zwischen Matura und Abflugstermin zu erwirtschaften. Doch nun, ein paar Monate später, sitzen wir nur mehr zu zweit an der Planung, haben das „tolle“ RTW-Ticket gegen mehrere Individualtickets (um fast die Hälfte billiger als der uns zu Beginn angepriesene Preis) eingetauscht und den Plan vom schnellen Geld wieder aufgegeben (die Wirtschaftskrise hat uns da einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht). So schnell können sich die Dinge ändern.

Eine Sache, die sich noch sehr drastisch verändert hat, ist die Reaktion der Leute. Denn wie die meisten von euch, die das Maturieren schon hinter sich haben oder die kurz davor stehen, wissen werden, ist die meistgestellte Frage in der Zeit Anfang Maturajahr und Beginn des Studierens, was man denn nach der Matura machen will. Und das ist keine einfache Frage für Leute, die sich ihr Outfit für den nächsten Tag schon am Abend zuvor im Kopf zusammenstellen müssen, um nicht Gefahr zu laufen, zu spät zur Schule zu kommen auf Grund von Entscheidungsmangel. Oder für Leute, denen außer Medizin, Jus und irgendwas auf Lehramt keine Studienrichtungen bekannt sind. Um wieder aufs Thema zurückzukommen, uns wurde eben oft die Frage gestellt, was wir denn so vor hätten nach der Matura und unsere Standartantwort war: „Wir wollen eine Weltreise machen!“. Und die Standartreaktion war meist ein mildes Lächeln, das wahrscheinlich in Gedanken begleitet wurde von einem lauten, ausgelassenen und nicht allzu nettem Gelächter. Natürlich wurde dann nachgefragt, wie man denn das ganze finanzieren wolle und da unsere Antwort darauf anfangs noch lautete, dass wir uns einfach einen Job suchen und so in einem halben Jahr ungefähr 6000€ zusammenkratzen wollen und das in Zeiten von Wirtschaftskrise, Kurzarbeit, Entlassungen etc., wurde das Gespräch daraufhin meist mit einem schlichten „aha“ abgebrochen. Wahrscheinlich war es ab diesem Zeitpunkt für den Nachfragenden zu schwer, das Gelächter auch wirklich in seinen Gedanken zu lassen. Besonders schwierig war es, wenn einem diese Frage zusammen mit Leuten gestellt wurde, deren Antwort darauf lautete: „Ich studiere blablabla in blablabla und danach mache ich blablabla. Ich hab mich schon im Studentenwohnheim blablabla angemeldet und…“. Wir finden es natürlich toll, wenn Menschen schon so genau ihre Zukunft geplant haben, allerdings ist es klar, dass wir neben solchen Menschen mit unserer Weltreiseidee eine Menge an Glaubwürdigkeit einbüßten. Doch mit der Angabe eines feststehenden Ablugdatums wich das milde Lächeln einem anerkennenden Nicken, was vielleicht auch daran liegt, dass wir Fragen, unsere Weltreise betreffend, jetzt nicht mehr mit einem „Da müssen wir erst schauen, wir haben ja noch Zeit zum Planen“ ausweichen müssen, sondern konkret beantworten können, egal ob es unsere Route, unseren Rucksack oder unser Schuhwerk betrifft. Und das ist auch gut so, immerhin stehen jetzt nur mehr einige Tage zwischen uns und dem größten Abenteuer, das wir bis jetzt erlebt haben.

One response

28 08 2009
lena

Das ist wirklich nett geschrieben … hihi!!!! wünsch euch super viel spass, ihr werdet bestimmt viel erleben in der zeit.
hhhhhhhhhhhhmmmmmmmmmmmmmm, will auch! man bekommt richtig lust, wegzufahren, wenn man sich durch eure seite klickt.
bussi, alles liebe!

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